Bestellverfolgung für Händler: Ein Ablauf, der „Wo ist meine Bestellung?“ reduziert
Mit der Bestellverfolgung sieht ein Händler den Stand seiner Bestellung ohne Rückfrage. So legen Sie Status, Verantwortliche und die Händleransicht fest.
Die Bestellverfolgung für Händler ist eine Form der Dokumentation, mit der ein Händler sieht, ob seine Bestellung in der Freigabe, Vorbereitung, im Versand oder in der Zustellung ist, ohne in der Zentrale nachzufragen. „Wo ist meine Bestellung?“ wird nicht durch schnellere Antworten seltener, sondern indem die Antwort direkt beim Händler sichtbar ist. Dafür braucht es drei Dinge: Statusbezeichnungen, die alle gleich verstehen, eine benannte Person, die jeden Status aktualisiert, und eine einzige Ansicht, in der Händler ihre eigenen Bestellungen sehen.
Warum hört die Frage „Wo ist meine Bestellung?“ nicht auf?
Ein erfundenes Beispiel: Der Händler eines Baustoffgroßhändlers ruft morgens den Vertriebsmitarbeiter an. Dieser schreibt dem Lager, das Lager fragt den Versandverantwortlichen, und die Antwort erreicht den Händler am Nachmittag. Am selben Tag stellen andere Händler ähnliche Fragen. Dieser Verkehr füllt den Tag des Vertriebsteams, doch die Frage selbst ist nicht das Problem; das Problem ist, dass die Information nicht an einem Ort liegt. Die Frage wiederholt sich meist aus diesen Gründen:
- Die Information ist verteilt: Die Freigabe liegt beim Vertrieb, die Vorbereitung im Lager, der Versand in der Logistik. Niemand sieht das Ganze.
- Statusbezeichnungen sind unklar: „In Vorbereitung“ heißt für die einen freigegeben, für die anderen schon verladen.
- Teillieferungen bleiben unsichtbar: Ein Teil der Bestellung ist unterwegs, der Rest wartet; der Händler merkt es erst bei der Zustellung.
- Änderungen erreichen den Händler nicht: Verschiebt sich der Liefertermin, erfährt der Händler nichts, und seine Zusage an den eigenen Kunden gerät in Gefahr.
Wie werden Bestellstatus festgelegt?
Die Grundlage ist eine kurze Statusliste. Beantworten Sie für jeden Status zwei Fragen schriftlich: Welches Ereignis führt in diesen Status, und wer nimmt den Wechsel vor? Für viele Großhändler ist diese Liste ein guter Anfang:
- Eingegangen: Die Bestellung ist im System, aber noch nicht geprüft.
- Freigegeben: Preis, Rabatt und Kontostand wurden geprüft. Den Wechsel nimmt der Vertrieb oder die Finanzabteilung vor.
- In Vorbereitung: Das Lager hat mit der Kommissionierung begonnen. Den Wechsel nimmt die Lagerleitung vor.
- Teilweise versandt: Ein Teil ist unterwegs, die restliche Menge wartet sichtbar.
- Versandt: Alles wurde an das Fahrzeug oder den Paketdienst übergeben. Den Wechsel nimmt der Versandverantwortliche vor.
- Zugestellt: Der Händler hat die Ware erhalten, die Bestellung ist abgeschlossen.
- Angehalten: Gestoppt wegen Bestand, Zahlung oder Freigabe; ohne schriftlichen Grund wird dieser Status nicht gesetzt.
Eine Statusbezeichnung ist klar, wenn sie die Frage „Wer setzt diesen Status, bei welchem Ereignis?“ in einem Satz beantwortet.
Was sollte die Händleransicht zeigen?
Händler suchen keinen allgemeinen Status, sondern den Termin für ihr eigenes Produkt. Ob Sie also eine einfache Liste oder eine Online-Händlersoftware nutzen: Die Ansicht sollte Informationen auf Ebene der Bestellposition liefern:
- Bestellte, versandte und verbleibende Menge je Produkt
- Aktueller Status und Zeitpunkt der letzten Aktualisierung
- Liefertermin; bei einer Änderung alter und neuer Termin
- Versanddaten: Transporteur, Sendungsnummer, falls vorhanden Lieferschein oder Rechnung
- Grund bei wartenden Artikeln und, falls passend, ein Alternativprodukt
Wie richten Sie den Ablauf Schritt für Schritt ein?
- Sammeln Sie die Fragen. Das Vertriebsteam notiert eine Zeit lang die Statusfragen der Händler. So wird klar, welche Information gesucht wird.
- Schreiben Sie die Statusliste gemeinsam. Einigen sich Vertrieb, Lager und Logistik nicht an einem Tisch, bleibt die Liste nur auf dem Papier.
- Benennen Sie für jeden Wechsel eine verantwortliche Person. Legen Sie auch die Vertretung bei Schichtwechsel oder Urlaub fest.
- Klären Sie die Datenquelle. Werden Bestand und Versanddaten im ERP geführt, sollte die Ansicht daraus gespeist werden; eine zweite, manuell gepflegte Tabelle veraltet schnell. Es hilft, den Umfang der Systemintegration früh zu besprechen.
- Testen Sie mit einer kleinen Händlergruppe. Fragen Sie einige Händler, was sie nicht sehen konnten, und öffnen Sie es dann für das gesamte Netz.
- Stellen Sie Abweichungen nach vorn. Bei Terminverschiebungen und Teillieferungen informieren Sie den Händler zuerst; eine Nachricht zu jedem kleinen Schritt entwertet dagegen die Benachrichtigungen.
Häufige Fehler
- Veraltete Informationen zeigen: Eine nicht aktualisierte Ansicht verliert schnell das Vertrauen, und der Händler greift wieder zum Telefon. Halten Sie den Zeitpunkt der letzten Aktualisierung sichtbar.
- Zu viele Status anlegen: Interne Schritte, die den Händler nicht betreffen, überladen die Ansicht. Behalten Sie sie intern.
- Nur gute Nachrichten zeigen: Wer eine Verzögerung verbirgt, verschiebt das Problem nur auf den Liefertag.
- Den Telefonkanal schließen: Für Sonderfälle muss eine Person erreichbar sein. Ziel ist, Routinefragen zu verringern, nicht die Beziehung zum Händler zu kappen.
Mit wachsender Händlerzahl wird es schwieriger, diesen Ablauf mit Tabellen aufrechtzuerhalten. Die Online-Händlersoftware von YazSis führt händlerspezifische Preise, Bestand, Bestellungen, Versand und Kontodaten in einem einzigen, mit Ihrem ERP verbundenen B2B-Portal zusammen; Preis-, Berechtigungs- und Gebietsregeln werden nach Ihrem eigenen Händlermodell festgelegt.
Häufige Fragen
Braucht ein Unternehmen mit wenigen Händlern überhaupt eine Bestellverfolgung?
Statusbezeichnungen und klare Zuständigkeiten helfen in jeder Größe, denn sie sind zunächst eine Vereinbarung im Team und erst danach Software. Der Bedarf an einer Ansicht oder einem Portal wächst, wenn Händler und Bestellungen zunehmen und telefonische Antworten den Tag des Teams füllen.
Wie sollte eine Teillieferung dem Händler angezeigt werden?
In der Bestellposition sollten bestellte, versandte und verbleibende Menge getrennt sichtbar sein. Zur verbleibenden Menge gehören außerdem der Grund und, falls vorhanden, ein neuer Termin. So erfährt der Händler vor dem Versand von der Fehlmenge und nicht erst an der Tür.
Lässt sich die Bestellverfolgung ohne ERP umsetzen?
Für den Anfang ja, mit einer gemeinsamen Tabelle und einer klaren Statusliste. Da jede Aktualisierung jedoch von Hand erfolgt, kann die Information schnell veralten. Werden Bestand und Versanddaten in einem anderen System geführt, sollte die Ansicht besser aus diesem System gespeist werden.
Beseitigt ein Händlerportal den Telefonverkehr vollständig?
Nein, und das sollte auch nicht das Ziel sein. Ein Portal hilft, Routinefragen wie „Wo ist meine Bestellung?“ zu verringern. Für Preisgespräche, Beschwerden oder dringende Lieferungen sollte weiterhin eine Person für den Händler erreichbar sein.
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